«Wie Silvester im Sommer»

Engadiner Post: Urs Wohler, der 13. Nationalpark Bikemarathon ist beendet. Was ziehen Sie als OK-Präsident für eine Bilanz?

Urs Wohler: Alle Teilnehmer sind im Ziel und das Rennen konnte problemlos durchgeführt werden. Die Wetterprognosen waren sehr schwierig. Am Schluss war es ein «normaler» Nationalpark Bikemarathon. Und normal heisst auch erfolgreich.

Das Rennen von 2011 mit Kälteeinbruch und Rennabbruch ist immer noch präsent. Wird der Nationalpark Bikemarathon heute anders geplant?

Wir sind immer im Kontakt mit dem Meteorologen und die Prognosen werden ständig aktualisiert. Bereits am Mittwoch entscheiden wir erstmals, ob wir den Anlass normal durchführen oder im Notfall auf den Sonntag verschieben. Wir haben mehr Planungssicherheit als noch vor drei Jahren.

Was ist eigentlich das perfekte Bike-Wetter?

Das ideale Bike-Wetter ist etwas kühler mit einem nassen Untergrund. Bei schönem Wetter haben wir mehr Probleme. Die Strecke ist dann trocken und es gibt viel mehr Schürfungen. Auch wenn die Teilnehmerzahl bei schönem Wetter höher ist, haben wir eigentlich lieber eine nasse Piste mit kühlerem Wetter. Am letzten Samstag sind wir nahe am idealen Rennen gewesen.

Die Abfahrt vom Chaschauna-Pass war etwas schwieriger. Muss man das einfach in Kauf nehmen?

Für die hinteren Fahrer war diesen Teilstück etwas schwieriger. Die Chaschauna-Strecke wurde eigentlich stark ausgebaut. Und das nicht nur für das Rennen, sondern auch für die vielen Biker, die im Sommer auf dem Pass unterwegs sind. Der Chaschauna-Pass ist auch die Schlüsselstelle der buchbaren Angebote und sollte deshalb nicht viel strenger sein als die übrige Strecke. Bei nasser Strecke ist sie schwieriger zum Fahren, dafür ist aber auch der Erlebnis- und Erinnerungswert höher.

Der Start in S-chanf war erstmals beim Militärgelände. Hat sich diese Änderung bewährt?

Diese Änderung haben wir nicht zuletzt auch wegen der Standespräsidentenfeier gemacht. Wir hatten diese Idee schon länger im Kopf. Nun haben wir die Startort-Verschiebung durchgezogen und es hat sich bewährt. Beim Start in S-chanf können wir noch einiges optimieren, damit das Startfenster auch ausgenützt wird.

In diesem Jahr hat bereits die 13. Auflage des Nationalpark Bikemarathons stattgefunden. Gibt es trotz grosser Erfahrung jedes Jahr wieder Optimierungspotenzial?

Wir haben einen guten Organisationsgrad erreicht. Es gibt aber jedes Jahr wieder Optimierungsmöglichkeiten. Routine kann für einen Anlass immer wieder gefährlich sein. Deswegen müssen wir uns ständig weiterentwickeln und die Abläufe überprüfen. Hinzu kommt die Geschichte mit den Voluntaris. Die machen den Nationalpark Bikemarathon zu ihrem Event. Das macht wirklich sehr viel Freude.

Wie wichtig ist der Nationalpark Bikemarathon für die ganze Region?

Der Nationalpark Bikemarathon ist der Diamant der Biker-Positionierung der gesamten Region. Die Hoteliers reden vom Silvester im Sommer. Wir reden eigentlich von der Spitze der Pyramide und darunter stehen verschiedene buchbare Angebote für die Biker während des ganzen Sommers.