Zwischen Morgenröte und Luftschloss

Visionen provozieren, regen aber zum Nachdenken und Handeln an. Genau das hat die EP/PL mit ihrer Schwerpunktwoche bezweckt. Die Reaktionen zeigen, es hat funktioniert.

Soll sich das Engadin um das Unesco- Label als Wasser-Weltnaturerbe bemühen? Diese Frage stellt die Redaktion aktuell auf der Online-Plattform www.engadinerpost.ch. Bei Redaktionsschluss dieser Ausgabe beantworteten knapp die Hälfte der Teilnehmenden diese Frage mit «Ja, das Unesco-Label kann die Positionierung als Wasserschloss Engadin stärken». Zusammen mit den 18 Prozent, welche die Positionierung als «Wasser-Destination» begrüssen, aber vom Label selbst nichts halten, spricht sich zur Zeit eine klare Mehrheit positiv zum Thema aus. Nichtsdestotrotz werden es die direkt involvierten Touristiker, Politiker, Regionalplaner oder Investoren sein, wel- che die Vision einer Wasser-Destination Engadin weitertragen – oder auch nicht. Der Rohstoff Wasser ist im Engadin vorhanden und die da- mit verbundene Geschichte nieder- geschrieben und beglaubigt. Der Weg zu einem Label ist aber ein weiter. Ob es dereinst sogar zu einer überregionalen, touristischen Zusammenarbeit zwischen dem Ober- und dem Unterengadin kommt, ist laut den verschiedenen Stellungnahmen zwar denkbar, aber vorderhand kein vordringliches Thema. Die beiden Destinationen ESTM und TESSVM sind beim Thema Wasser denn auch sehr unterschiedlich aufgestellt. Mit klaren Positionierungsvorteilen bei der DMO Engadin Scuol Samnaun Val Müstair. Während in St. Moritz die Zukunft des Medizinischen Heilbadzentrums weiterhin offen ist, baut Scuol und damit das Unterengadin, mit seinem «Center da sandà» schon seit Jahren erfolgreich auf dem Themenbereich «Wasser und Gesundheit».

Die Gesundheitsregion Unterengadin macht es vor: Mit Natur, Kultur, einem gut funktionierenden Gesundheitszentrum und einer entsprechenden touristischen Positionierung kann aus dem Urgut Wasser nachhaltig Kapital geschlagen werden. Foto: Jon Duschletta