Die Lärche – Charakterart der Zentralalpen

Landschaftsprägend steht die jahrhundertealte, europäische Lärche (Larix decidua) im steilen Hang der Alpwiese.

Leicht versetzt zur heutigen Waldgrenze, wacht sie majestätisch über dem Tal. Als ausgesprochene Gebirgsbaumart, welche Fröste gut erträgt, sich von Schneelasten nur selten erdrücken lässt und vielen Winden standhält, ist die Lärche bis auf eine Höhe von 2400 Metern über Meer anzutreffen. Gemeinsam mit der Arve bildet sie in zentralalpinen Tälern häufig die Waldgrenze. Aber ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Koniferen ist die Lärche wechselgrün. So entzückt sie allherbstlich das Auge des Betrachters mit der Verfärbung ihrer Nadeln in goldgelben Tönen, um dann im Frühjahr in zartem Hellgrün mit neuen Nadelbüscheln das Ende des Winters zu verkünden. Auch ihr rötliches Holz wird sehr geschätzt, es verbindet Eigenschaften der Dauerhaftigkeit und Festigkeit, womit es sehr gut als Bauholz unter freiem Himmel geeignet ist. Die grobborkige Lärche ist eine ausgesprochene Licht- und Pionierbaumart. In dichten Beständen verjüngt sie sich schlecht, umso flexibler besiedelt sie dafür verschieden beschaffenen Untergrund bis hin zum Mineralboden und schützt mit ihrer starken Durchwurzelung vor Bodenerosion. Durch die Mykorrhiza, die Verbindung von Wurzel und Pilz, wird dieser Effekt sogar noch verstärkt.

Und wie könnte es anders sein, einer der bekanntesten dieser Pilze ist der Goldröhrling, dessen essbare Fruchtkörper stets in der Nähe der Lärche zu finden sind.

Standfest bis in hohe Lagen, die markante europäische Lärche. Foto: Fadri Bott/SNP