Vision Schweizerischer Nationalpark 2114

Im Rahmen einer Projektwoche haben sich Jugendliche vertieft Gedanken zu Natur und Umwelt gemacht. Am Donnerstag fand in Zernez eine Zukunftskonferenz statt. Im Fokus: der Nationalpark anno 2114.

Rund 60 Oberstufenschüler aus Zernez und Scuol präsentierten am Donnerstag ihre Wünsche und Visionen, aber auch ihre Utopien zur Frage: Wie sieht der Schweizerische Nationalpark (SNP) in 100 Jahren aus? Dabei kamen ganz viele mutig verwegene, verspielte, aber auch nachdenkliche Visionen aufs Papier. Niemand der Anwesenden wird dannzumal die Realität mit den Zukunftsplakaten der Jugendlichen vergleichen können. Spannend war die Zukunftskonferenz trotzdem. Einerseits für die Schülerinnen und Schüler, welche sich in Arbeitsgruppen die Zukunft des SNP ausmalten. Spannend andererseits auch für die Protagonisten aus Politik, Wissenschaft, Tourismus, Jagd, Landwirtschaft und natürlich dem SNP selbst. Jon Domenic Parolini, Urs Wohler, Guolf Denoth, Reto Lamprecht, Heinrich Haller und Claudio Irniger standen als Podiumsteilnehmer den Jugendlichen Red und Antwort. Die SNP-Mitarbeiterin und Lehrerin Anna Mathis moderierte den Anlass und verknüpfte geschickt diesen generationenübergreifenden Anlass unter freiem Himmel. Neben dem SNP thematisierten die Jugendlichen während ihrer Projektwoche weitere Natur- und Umweltthemen wie Medizinalpflanzen, das Leben im Wald oder Abfall.

Von Freizeitpark bis Parkauflösung

So wie niemand der Anwesenden den SNP anno 2114 erleben wird, so konnte auch niemand abschliessende Antworten liefern auf Fragen wie: Gibt es den SNP in 100 Jahren überhaupt noch und wenn ja, wie sieht er dann aus? Werden dereinst auf dem SNP-Gelände Häuser gebaut werden können oder gar eine Eisenbahn oder ein Freizeitpark mit Achterbahn und anderen Vergnügungseinrichtungen? Visionären Fragen standen aber auch aktuelle gegenüber. So erkundigten sich die Jugendlichen über den Zustand des Spölbaches und dessen Revitalisierungschancen nach dem Öko-Desaster von Ostern 2013. Sie wollten wissen, wie es um die Wilderei im SNP steht, was bei einem Grossbrand geschieht, aber auch, ob zukünftig weitere Wildtiere ausgesetzt würden und ganz grundsätzlich, wie sich die Tiere und Pflanzen dem Klimawandel anpassen können.

Auch die Zeitachse wurde thematisiert. So haben sich die Lebensumstände im und um den Nationalpark herum in den letzten fünf Jahrzehnten seit dessen Bestehen viel schneller verändert als zu Beginn. Diese Entwicklung, und da waren sich alle Anwesenden einig, wird weitergehen und sich auch nicht aufhalten lassen. Oder doch?

Die Gegend der «Üerts Champsech» bei Ova Spin auf dem Ofenpass als natürliche und aussergewöhnliche Kulisse für das Podium «Zukunftskonferenz» von SNP, Schulen und einer Expertengruppe. Foto: Jon Duschletta