Der grosse Traum von Olympia 2022 im Engadin

Olympia 2022 im Engadin ist ein viel diskutiertes Thema. Wie aber stehen junge Spitzensportler, die in neun Jahren im idealen Alter für eine Teilnahme wären, zu einer Kandidatur? Die EP/PL hat bei Arina Riatsch, Giuliana Werro und Livio Matossi nachgefragt.

«Für die Zuschauer und die Leute, die in der Region Ferien machen, wäre es bestimmt spannend, all die verschiedenen Sportarten zu sehen, die zu den Olympischen Winterspielen gehören», sagt der St. Moritzer Livio Matossi, Langläufer auf JO-Stufe. Auch Arina Riatsch und Giuliana Werro stehen Olympia 2022 positiv gegenüber. Alle drei sind junge Sporttalente der Region. Die Ski-alpin-Fahrerin Arina Riatsch aus Sent ist zweifache JO-Schweizer-Meisterin 2011. Die heute 16-Jährige holte sich den Titel im Super-G sowie in der Super-Kombination auf Pischa. Die Zernezerin Giuliana Werro wurde dieses Jahr bereits zum zweiten Mal in Folge Bündner Langlaufmeisterin. Sie startete in der Kategorie U14 in der Skating, technik. Der 15-jährige Livio Matossi ist ebenfalls ambitionierter Langläufer und Mitglied im Skiclub Alpina St. Moritz. Und hat am letzten Wochenende in seiner Altersklasse bei den Schweizer Meisterschaften die Bronzemedaille geholt.

Junge Sportler mit Ambitionen

Auf den Geschmack des Skifahrens ist Arina Riatsch durch ihre Brüder und ihre Mutter gekommen. «Meine Mutter war Trainerin des JO-Skiteams Scuol und deshalb wollte ich es auch mal ausprobieren. Es hat mir besser gefallen als Langlaufen, was ich zuvor gemacht habe.» Am alpinen Skifahren gefällt der 16-Jährigen, dass sie draussen in der Natur sein kann. «Das motiviert mich am meisten.»
Im letzten Jahr ist Arina wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen. Auch diese Saison sieht es für die junge Skifahrerin nicht gut aus. Ihr steht eine Arthroskopie bevor. Ob sie nur für ein paar Rennen oder gar die ganze Saison fehlen wird, ist noch unklar. «Das nimmt einem schon etwas die Motivation, wenn bereits die zweite Saison in Folge auszufallen droht», sagt die 16-Jährige.
Die 13-jährige Giuliana Werro entdeckte ihre Leidenschaft fürs Langlaufen bereits als Kind. «Mir hat Langlaufen schon immer Spass gemacht, es gefällt mir einfach alles an diesem Sport.» Dem kann Livio Matossi nur beipflichten. «Am Langlaufen gefällt mir, dass man draussen sein kann und dass es sehr abwechslungsreich ist», so Matossi.
Bis im Jahr 2022 sind die jungen Spitzensportler im idealen Alter für eine Teilnahme an den Olympischen Spielen. Können sie sich bereits einen Start vorstellen? Olympia stehen die jungen Sportler grundsätzlich positiv gegenüber. «Ich fände es toll, wenn in Graubünden ein so grosser Anlass ausgetragen würde», sagt Matossi. «Für mich ist es durchaus ein Traum, selber starten zu können und ich arbeite darauf hin.» Aber auch sonst hat Matossi seine Ziele im Sport sehr hoch gesteckt. Er möchte weiterhin intensiv trainieren, um in einem Swiss-Ski-Kader und später sogar in der Nationalmannschaft aufgenommen zu werden.

Olympia? ein Traum?

«Ich fände es cool, wenn es klappen würde. Sonst finden solche Anlässe meistens im Ausland statt und wenn die Austragung hier wäre, könnte man alles richtig miterleben», sagt die 13-jährige Giuliana Werro und träumt bereits von einer Teilnahme an den Olympischen Spielen. «Ich wünsche mir schon, dass es klappt, aber es braucht natürlich nicht nur viel Talent, sondern auch etwas Glück», so die Langläuferin.
Etwas skeptisch ist hingegen Arina Riatsch. «Ich habe viel über die Olympia-Kandidatur nachgedacht und tendiere eher zu einem Ja. Andererseits bringt die Kandidatur einige Punkte und Veränderungen mit sich, die meiner Meinung nach nicht nötig wären.» Ob sie selbst an den Olympischen Winterspielen 2022 dabei sein möchte, weiss die Skifahrerin noch nicht. «Eigentlich war ich immer sehr motiviert, aber dadurch, dass ich jetzt bereits wieder körperliche Probleme habe, kann ich noch nicht sagen, wie es weiter-geht.» Sie möchte sich vorerst darauf konzentrieren, wieder fit zu werden.