Einstimmig für den St. Moritzer Kandidatur-Anteil

Fast ohne Diskussion hat der St. Moritzer Gemeinderat den 5-Mio.-Kandidaturanteil für Olympia 2022 verabschiedet. Und sein Ja zu drei teilrevidierten Gesetzen gegeben.

In Davos hatte das Parlament anfangs Januar lange diskutiert und den Kredit von 2 Mio. Franken als Anteil für die Kandidatur Olympia 2022 schliesslich mit klarem Mehr genehmigt. Am frühen Donnerstag musste nun das St. Moritzer Gemeindeparlament über den Host-City-Anteil von 5 Mio. Franken an die Kandidaturkosten von 60 Mio. entscheiden. 30 Mio. trägt der Bund, 15 Mio. Swiss Olympic und Sponsoren, 8 Mio. der Kanton Graubünden, 5 Mio. St. Moritz und 2 Mio. Davos.
Die Debatte war kurz. GdU-Gemein-derat Thomas Josi fragte, wer ein allfälliges Defizit zu tragen habe. Gemeindepräsident Sigi Asprion antwortete, dass für die Gemeinde kein Anlass-Defizit entstehe. Von den 2,8 Milliarden Veranstaltungskosten seien 2,5 Milliarden bereits abgesichert. Zurzeit werde der Voranschlag optimiert, sodass das Budget ausgeglichen sei. Asprion erwähnte weiter, dass es bei den Olympischen Spielen in Vancouver bei den eigentlichen Eventkosten keinen Verlust gegeben habe. Die Schulden in Kanada seien auf zusätzliche Bauten zurückzuführen. Seitens der FDP-Fraktion betonte Gemeinderat Giatgen Scarpatetti die positiven Auswirkungen von Winterspielen auf die Schweiz. Der Gemeinderat votierte schliesslich einstimmig für den Kandidaturbeitrag von 5 Mio. Franken, welcher am 3. März noch vor dem St. Moritzer Stimmvolk Zustimmung finden muss.
Ebenfalls einstimmig verabschiedete das Parlament die Teilrevisionen des Wasserversorgungsgesetzes, des Abwasserversorgungsgesetzes und des Abfallgesetzes. Auch diese drei Gesetze werden am 3. März vor den Souverän kommen. Nicht zuletzt aufgrund der hohen Kontostände der Spezialfinanzierungen Wasser und Abwasser bringt die Revision eine Gebührenreduzierung. Das Verursacherprinzip ist besser berücksichtigt. Wer viel Wasser verbraucht, wird entsprechend viel bezahlen, wer einen geringen Verbrauch hat weniger.
Einstimmig wählten die Parlamentarier Beat Mutschler neu in die Baukommission. Die Ersatzwahl war nötig geworden, nachdem Franz Degiacomi seinen Rücktritt aus beruflichen Gründen bekannt gegeben hatte. Ohne Gegenstimme wurde die Bildung der nicht ständigen Kommission «Fussgängerzone» bewilligt. Die Attraktivität soll erhöht werden, die Zone als Begegnungsort für Einheimische und Gäste belebt werden. Mit diesen und weiteren Punkten wird sich die fünfköpfige Kommission, bestehend aus Sigi Asprion, Motionärin Karin Metzger Biffi, Richard Dillier, Thomas Kriemler und Christoph Sauter, befassen.
Eingangs der Sitzung hielt der neue Gemeinderatspräsident Mario Salis (SVP) seine Antrittsrede. Der höchste St. Moritzer erwartet einen guten touristischen Winter und sieht beim Urnengang vom 3. März den Entscheid zu Olympia 2022 als «wegweisend» an. Mario Salis forderte ein klares Ja zum vorliegenden Konzept. «Es entspricht dem Weg, den wir gehen müssen. Es braucht Bürgerinnen und Bürger, die an die Zukunft glauben.» Schwerpunkte im Jahr 2013 sieht der Gemeinderatspräsident in den Planungen für Einheimischen-Wohnungen, der Plazza dal Rosatsch, den Sportanlagen und der Reithalle.
Abschliessend verwies Gemeindepräsident Sigi Asprion auf die TV-Sendung «Arena», welche am Freitag, 22. Februar, aus St. Moritz gesendet wird. Die Sendung wird um 22.20 Uhr auf SRF1 ausgestrahlt und zwischen 17.00 und 18.15 Uhr im St. Moritzer Dorfzentrum aufgezeichnet.