«Der Piz Bernina läuft uns nicht davon»

Nicht alle des EP-Teams dürfen hoch hinaus

Platz 3: Roman Tgetgel

Er hat gekämpft und sein Bestes gegeben, letztlich hat es für den Samedner knapp nicht gereicht. «Schade», sagt er, «aber es ist wie es ist und der Bernina läuft mir schliesslich nicht davon.» Die Frage sei nun nur, wann er den Berg erklimmen wird. «Sicher noch dieses Jahr», so der 25-Jährige. Die ganze Votingzeit war Roman eindeutig zu lange. Das dreiwöchige Auf und Ab habe ihn viel Nerven gekostet und etwas unfair fand er das Onlinevotig für Mitar. «Er hat keinen Computer und konnte dementsprechend auch nicht so viele Stimmen generieren wie wir Jüngeren.» Gerade Facebook bot den Teammitgliedern eine grosse «Werbeplattform», die auch rege genutzt wurde. Auch wenn er immer wieder in Führung war: «Ich habe immer schwer damit gerechnet, dass Oskar plötzlich einen Joker auspackt und mich noch überholt.» Auch wenn der Kampfgeist an den letzten Tagen vorhanden war, ihm seien schlichtweg die Ressourcen ausgegangen. Roman sieht die Abwahl aber sportlich. «Ich drücke Ursina und Oskar ganz fest die Daumen.» Auf das ganze Projekt hinaus gesehen, hätten sowieso alle gewonnen. «Die Ausbildung, die wir zusammen geniessen konnten, war super.» Mit Freunden sei er seither des Öfteren am Fels unterwegs gewesen. «Ich habe grosse Freude am Klettern und Bergsteigen bekommen und ein neues Hobby gefunden.»

Platz 4: Margit Hui-Weidenweber

Extrem traurig ist Margit über ihre Abwahl nicht, auch wenn sie sehr gerne bei der Besteigung mit dabei gewesen wäre. «Wenn ich etwas beginne, dann will ich das auch anständig beenden», so die 46-Jährige. Deswegen ist für sie auch klar, dass sie, wenn möglich noch dieses Jahr, den Bernina besteigen will. «Um es mir selbst zu beweisen. Schliesslich habe ich mich in der letzten Zeit stark darauf vorbereitet. Der Piz ist immer noch mein Ziel.» Dies könne dann aber auch die einfachere Route über den Spallagrat sein. Im Voting hat die Wahl-Ardezerin die letzten paar Tage Gas gegeben und Mitar im Schlussspurt noch überholt. «Ich bin mir bewusst, dass ich am Anfang mehr Werbung für mich hätte machen müssen. Anfangs beobachtete ich das Geschehen lediglich, ohne mich aktiv daran zu beteiligen.» Irgendwann haben sie ihre Kinder gepushed. Sie richteten zusammen extra ein Facebook-Profil ein und Margit hat für den Stimmenfang ihre Kundendatei geplündert und E-Mails versandt. Mit der Onlineabstimmung war sie aber nicht ganz zufrieden. «Es waren nicht die Leser, die entschieden haben, sondern es ging lediglich darum, wer mehr Fans und Freunde hat.» Schlussendlich hat Margit aber viel profitiert und an ihrer Ausdauer gearbeitet. Sodass sie sich jetzt sagen kann: «Doch, ich bin auch bereit für den Bernina.»

Platz 5: Mitar Cvorovic

Mitar ist zwar auf dem allerletzten Platz gelandet, wohl aber im Team der Sieger der Herzen. «Ursina und Oskar haben es verdient.» Roman hätte er ebenfalls gerne auf dem Bernina gesehen. «Schade, dass sie nicht alle drei hoch können, ich würde es ihnen gönnen.» Der Teamgedanke wird Mitar noch einige Zeit begleiten. «Ich hatte eine unglaublich schöne Zeit mit den anderen, die ich so schnell nicht wieder vergessen werde», so der 67-Jährige. Enttäuscht, dass er nicht für die Besteigung gewählt wurde, ist er nicht. Im Gegenteil! Er findet es sogar gut. «Mir hat die Technik gefehlt und ich kann mir die nicht mehr so schnell aneignen, wie die Jüngeren», gesteht sich Mitar selber ein. «Ich muss definitiv noch mehr Erfahrungen sammeln, bis ich so eine Route im Griff hätte.» Der Bernina sei natürlich immer noch ein Traumziel, wofür sich der Rentner allerdings Zeit lässt. «Ich habe in den vier Ausbildungstagen viel gelernt. Wenn alles perfekt läuft, wäre ich mit einer Besteigung des Palü im Herbst vollauf zufrieden.»

Und wenn Mitar nicht zum Berg kommt, dann soll der Berg halt zu Mitar kommen: «Wenn mir das Team ein kleines Stücklein des Piz ins Tal bringen könnte, wäre ich unglaublich glücklich.»

Platz 3: Roman Tgetgel

Platz 4: Margit Hui-Weidenweber

Platz 5: Mitar Cvorovic